Sa, 20. Okt 2018 - 20:00

BLACKMORE'S HOT JAZZ SWING FESTIVAL 2018: "Die Herren von der Tankstelle" - Eine Hommage an die Tonfilmschlager der 20er & 30er Jahre

Als "Die Herren von der Tankstelle" treten sie bei Bällen, 20er-Jahre-Shows und anderen Festivitäten auf, auch in das "Frühlingsfest der Volksmusik" mit Florian Silbereisen haben sie es schon geschafft.

Die drei Männer, allesamt erfahren in Tanz, Gesang und Schauspiel, brauchen schließlich keine prominente Unterstützung, um ihr Programm "Bitte sehr, bitte gleich!" vorzutragen.
Mit wunderbar altmodischen, braun karierten Anzügen und mächtig blasiertem Gesichtsausdruck stimmt das Trio "Ich wollt', ich wär ein Huhn" an, animiert die Zuschauer zum gemeinschaftlichen "Pock - pock".

Anfangs sind die Gäste im vollen Saal sehr zaghaft, schämen sich womöglich, wollen die Albernheiten nicht mitmachen. Martin Stange spaziert durchs Publikum, schafft mit frechen Anmerkungen wie "Sie müssen lernen, als Publikum zu funktionieren!" Stimmung.

Und spätestens, als er bei "In der Bar zum KrokodilÏ" einen improvisierten Bauchtanz hinlegt und verlangt, die Damen sollten raunen vor prickelnder Erotik, hat er die Zuhörer in der Hand.
Angenehm: Die drei verfügen über eine gesunde Portion Selbstironie, tragen die Hits nicht bierernst vor, bringen ihre ganz eigenen Versionen. Beim Tango "Donna Clara" sächselt es in den Strophen, den alten Grammophon-Sound ahmen die Sänger mit zugehaltener Nase nach.

Martin Stange singt mit bedeutungsvoll hochgezogener Augenbraue in "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" die Verse "die Hand winkt an des Lokus Tür, und eine Stimme ruft Papier." Ehrliches Lachen, viel Beifall.

Peter Wieth, von eher kleiner Statur und mit runder Brille im Gesicht, ist da weniger rampensäuisch veranlagt, dafür umso charmanter:
Hingebungsvoll schmachtet er in "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n" diverse Damen an, geht vor ihnen auf die Knie, verteilt formvollendete Handküsse. Da klappt auch die Zusammenarbeit mit dem Publikum, das in "Veronika, der Lenz ist da" auf dem Stuhl herum hüpft, winkt und mitsingt.

Als Zugabe bringen die Herren "Sag zum Abschied leise Servus". Ginge es nach den Zuschauern, würde man noch lange nicht Abschied nehmen. (LVZ)

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